Prostitution: die Lage in Harburg

Juni 20, 2007 on 6:06 am | In HUREN NEWS | Kommentare deaktiviert

Nach der Flucht der 15 Jahre alten Bulgarin: Die Polizei schätzt, dass fünf Prozent der Prostituierten illegal sind. Minderjährige sind die Ausnahme.

Eine erst 15 Jahre alte Bulgarin flieht aus dem Haus Karnapp 28, in dem sie zur Prostitution gezwungen wurde. Der Fall sorgte für Aufsehen (das Hamburger Abendblatt berichtete). Welche Rolle spielt eigentlich Prostitution in Harburg? Im Bezirk gibt es mehr als 100 Frauen, die in sogenannten Modellwohnungen ihrem Gewerbe nachgehen. Allein auf der Internetseite, auf der die 15-Jährige zu finden war, bieten 28 Frauen und zwei Clubs aus dem Süderelberaum ihre Dienste an.

Es sind immer die gleichen Harburger Adressen im Binnenhafen, an der B 73, der Wilhelmstraße oder der Eißendorfer Straße, in denen Modellwohnungen zu finden sind. Einige der Vermieter haben sich offenbar darauf spezialisiert. Damit sie nicht direkt belangt werden können, werden solche Wohnungen in der Regel an einen Zwischenmieter gegeben. Erst der nimmt die Prostituierten als Untermieter auf. So entgehen die Eigentümer, sollte ihnen nicht nachgewiesen werden können, dass sie von der Prostitution in ihrer Wohnung wussten, die Einziehung der Wohnung.

Wie viele Wohnungen es in Harburg gibt, in denen der Prostitution nachgegangen wird, ist nicht genau bekannt. Hamburgweit sind es etwa 340 unter 280 Adressen. In Harburg dürften es um die 50 sein. Die ganz überwiegende Mehrheit der Frauen arbeitet dort legal. Nur fünf Prozent aller Prostituierten, so die Schätzungen der Polizei, gehen hier illegal ihrem Gewerbe nach.

Dass es sich um Minderjährige handelt, wie im Fall der 15-Jährigen, die unter dem Namen “Carina” arbeiten musste, ist die absolute Ausnahme. Dass sie auch noch wie 15-Jährige aussehen, kommt fast nie vor. Das ist allerdings bei “Carina” der Fall. Deswegen droht auch den Männern, die bei dem Mädchen als Freier waren, ein Strafverfahren. Sie müssen schon vom äußeren Anschein her billigend in Kauf genommen haben, dass es eine Minderjährige war. Das reicht für ein Verfahren.

Möglicherweise wird die 15-Jährige noch umfassender Aussagen und Informationen zu ihren Freiern geben können. Oft fassen gerade Prostituierte aus Osteuropa, die schlecht behandelt und schließlich befreit wurden, hier nach kurzer Zeit großes Vertrauen in die deutsche Polizei.

(Quelle: abendblatt.de)

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