Pläne für Großbordell: Kommt ein „Freuden-Hochhaus“ nach Ramersdorf?

November 5, 2009 on 4:47 pm | In HUREN NEWS | Kommentare deaktiviert

München – Ein Bürogebäude in Ramersdorf soll zu einem Groß-Bordell umgebaut werden. Geplant sind 89 Einzelräume auf sieben Stockwerken. Ins Erdgeschoss des Gebäudes an der Aschauer Straße 21 ist bereits ein Spielcasino eingezogen.

Als „Bordellfabrik“ bezeichnete der Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach (BA) das Projekt. Das Vorhaben passe schon aufgrund seiner extremen Dimension weder ins Stadtviertel noch in die nähere Umgebung, sagte Bauausschuss-Sprecher Wolfgang Thalmeir. Er befürchtet einen schlechten Ruf für Ramersdorf. „Ein Leuchtturm-Projekt im negativen Sinn.“ Fraglich sei, ob 89 Einzelzimmer auch 89 Prostituierte bedeuten würden. Handle es sich um einen „24-Stunden-Rollierbetrieb“, komme „deutlich mehr Verkehr, im doppelten Sinn“, merkte Frauenbeauftragte Hiltrud Broschei (SPD) an. Das „Freuden-Hochhaus“ würde die weitere Entwicklung des Standortes erheblich blockieren, sagte der CSU-Landtagsabgeordnete Markus Blume.

Dem BA war zeitgleich der Antrag auf eine private Kinderkrippe mit 48 Plätzen in unmittelbarer Nachbarschaft an der Aschauer Straße 30 zugegangen. Zudem befürchtet man, der geplante Großbetrieb könnte andere einschlägige Firmen nachziehen. Auch die Firma Hamabau, Eigentümerin des Büro- und Gewerbeparks „criterion“ an der Aschauer Straße, ist nicht begeistert vom gegenüber geplanten horizontalen Gewerbe. „Das Gebiet ist vom Wirtschaftsreferat für höherwertiges Gewerbe vorgesehen“, erklärte Reinhold Maier von „Hamabau“. Deshalb haben sich hier mehrere namhafte Münchner Betriebe aus dem IT-Sektor mit insgesamt 1200 Mitarbeitern eingemietet. Das geplante Bordell stehe außerdem „dem Kindeswohl entgegen“, meint Maier mit Blick auf die bereits genehmigte Kinderkrippe im Gewerbepark. „Wir werden hier unser Veto einlegen.“

Der Stadtbezirk sei im nahen Gewerbegebiet Perlach bereits mit Bordellbetrieben „versorgt“, fanden die BA-Mitglieder und forderten die Lokalbaukommission (LBK) auf, die Nutzungsänderung unbedingt zu verweigern. „Wir sind nicht dagegen“, betonte Grünen-Sprecher Guido Bucholtz. „Das ist ein ganz normaler Gewerbebetrieb, Prostitution ist schließlich ein anerkannter Beruf.“ Ob die Ablehnung aus dem Stadtbezirk viel wiegt, ist fraglich. Der BA hat lediglich ein Anhörungsrecht. „Noch ist nichts genehmigt“, beruhigt Planungsreferatssprecher Thorsten Vogel. In einem Kerngebiet wie der Aschauer Straße sei ein Bordell zwar grundsätzlich möglich, hänge jedoch von einer Einzelfallprüfung ab. Vogel bestätigte, dass es sich um ein „sehr großes Bordell“ handle. Der Antrag stamme nicht vom selben Investor, dessen Pläne für ein Großbordell in Freimann abgeschmettert wurden. „Zumindest ist es eine andere GmbH mit anderem Namen und Adresse.“

(Quelle: merkur-online.de)

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