Hochbetrieb im Frankfurter Bahnhofsviertel
Januar 30, 2009 on 2:31 pm | In HUREN NEWS | Kommentare deaktiviertFrankfurt/Main (ddp-hes). Das Bordell in der Elbestraße unweit des Frankfurter Hauptbahnhofs ist eines der bekanntesten in der Stadt. Zwischen 21.00 und 22.00 Uhr herrscht hier Hochbetrieb. Dutzende Männer sind in den verwinkelten Gängen des Gebäudekomplexes unterwegs. Wenn einem von ihnen eine Prostituierte gefällt, schließt er gleich hinter sich die Zimmertür.
Für Klaus (Namen geändert, Anm d. Red.), dessen Büro in einem dieser Gänge liegt und von außen kaum erkennbar ist, bedeutet diese Zeit erhöhte Wachsamkeit. Der etwa 1,90 Meter große Mann mit dem kahlen Schädel und den breiten Schultern ist für die Sicherheit in dem Etablissement verantwortlich. In den meisten der 180 Zimmer bieten die Prostituierten ihre Dienste an. Transsexuelle aus Asien, deutsche Huren und osteuropäische Dominas arbeiten hier.
«Es kann schon passieren, dass ein Freier durchdreht und wir ihn hinauswerfen müssen», berichtet Klaus. Neben ihm sitzt sein Kollege Georg. Zwei Mann pro Schicht passen auf das Haus auf, «sichern den Geschäftsbetrieb», wie Klaus sagt. Zu behaupten, der Mann sei gesprächig, wäre übertrieben. Ein witziger Typ ist er auch nicht. «Ich mache hier meine Arbeit so gut wie es geht.»
Ärger könne es beispielsweise geben, wenn «betrunkene Elemente», wie Klaus es ausdrückt, Streit untereinander oder mit einem der Mädchen anfingen. Auch Unzufriedenheit mit einer Dienstleistung oder schlicht ein Missverständnis könnten schon mal eine Intervention von Klaus oder Georg nach sich ziehen. Im Büro der beiden stehen 28 Fernsehgeräte, die das Geschehen in den Gängen übertragen.
Wie wehrhaft die Zunft von Klaus und Georg ist, hatte sich erst unlängst in einem anderen Etablissement im Bahnhofsviertel gezeigt und für Schlagzeilen gesorgt. Als mehrere angetrunkene Polizisten einer Frankfurter Spezialeinheit nach einer Weihnachtsfeier für Ärger sorgten, wurden sie von vier Mitarbeitern des Bordells teilweise übel verprügelt. Der Vorfall schlug Wellen bis in die Politik.
Zu den Aufgaben von Klaus gehört auch die Verwaltung der Mietappartments im Bordell. Die Frauen zahlen eine Tagesmiete von 136 Euro, die Mindestmietzeit beträgt 7 Tage. Das Geschäft läuft gut, auch in Zeiten der Wirtschaftskrise. Manche Freier, so berichtet er, kämen, weil sie sich einsam fühlten. «Ja, wir sind eben ein christliches Haus», sagt Klaus und aus seiner Kehle ertönt das erste Mal an diesem Abend ein lautes Lachen.
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