Zähe Verhandlung im Bordell-Prozess

August 30, 2007 on 2:11 pm | In HUREN NEWS | Kommentare deaktiviert

(RP) Bis jetzt ist der Prozess vor der Zweiten Strafkammer am Mönchengladbacher Landgericht vor allem durch einen verzögerten Beginn und einen zähen Verlauf aufgefallen. Auf der Anklagebank sitzt ein 50-jähriger Mann, dem der Staatsanwalt Förderung der Prostitution und Verstöße gegen das Ausländergesetz vorwirft. Der Alsdorfer, der diese Taten vor sieben Jahren als Bordellbetreiber in Schwalmtal begangen haben soll, verfolgt die Verhandlung schweigend.

Eine Hauptrolle hatte indessen dessen Verteidiger übernommen. Zu Beginn des ersten Prozesses im Juli hatte er zunächst die Zusammensetzung der Strafkammer gerügt. Die Richterbank sei mit zwei Berufsrichtern falsch besetzt. Danach beschloss das Gericht, demnächst mit drei Berufsrichtern zu verhandeln.

Im August musste der Alsdorfer erneut vor Gericht erscheinen. Laut Anklage soll er zur Tatzeit in seinem gewerbsmäßig betriebenen Schwalmtaler Bordell eine Frau aus Moldawien zur Prostitution veranlasst haben. Dabei soll er die Zwangslage der Ausländerin ausgenutzt und ihr die Hälfte des Dirnenlohnes abgenommen haben. In der Nacht zum 6. September 2000 durchsuchten Mönchengladbacher Polizeibeamte das Etablissement. Dort hielten sich zwei weitere Prostituierte auf, die keine Aufenthaltserlaubnis besessen haben sollen. Das soll der 50-Jährige gewusst und damit gegen die Ausländergesetze verstoßen haben.

Der Prozess kam erneut ins Stocken, als der Verteidiger ärztliche Gutachten zur Verhandlungsfähigkeit seines Mandanten forderte. Der Alsdorfer leide unter anderem unter Rückenschmerzen und neurologischen Ausfallerscheinungen. Gestern verlas das Gericht die Ergebnisse der ärztlichen Untersuchungen, denen sich der Angeklagte unterziehen musste. Danach waren die Mönchengladbacher Richter überzeugt, dass der 50-Jährige verhandlungsfähig ist. Zugleich sicherten sowohl der Staatsanwalt als auch das Gericht dem Mann auf der Anklagebank notwendige Verhandlungspausen zu.

Die Zweite Strafkammer am Mönchengladbacher Landgericht hat mehrere Verhandlungstage mit zahlreichen Zeugen geplant. In der nächsten Woche sollen die Frauen aussagen, die seinerzeit beim Ermittlungsrichter ihre Zwangslage im bordellartigen Betrieb geschildert haben.

(Quelle: rp-online.de)

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