Prügel für Albaner-Toni

November 5, 2009 on 6:48 pm | In HUREN NEWS | Kommentare deaktiviert

Hamburg. Das Blut auf dem Asphalt ist weg, es hat viel geregnet in den vergangenen Tagen. Die schmale weiße Tür des „Hähnchenkellers“ liegt neun Stufen hinunter, sie ist verriegelt. Der Wirt Franz Schubert will nichts gesehen haben und auch nicht darüber sprechen. Im „Hähnchenkeller“ treffen sich „Künstler, Promis, Individualisten“, sagt der Siebzigjährige. Öffnungszeiten normalerweise: Mittwoch bis Samstag, 22 Uhr bis „open end“.

Es hat geknallt am vergangenen Wochenende in der Freien und Hansestadt Hamburg. Eine Schlägerei am Sonntagmorgen um 7.20 Uhr. Der Streit begann unten im Lokal. Die beiden Kontrahenten gingen raus, hoch auf die Straße. Ein Messer, vier Fäuste und ungezählte Fußtritte. Bis einer blutend liegen blieb. Die Polizei spricht von einem „unglücklichen Zusammentreffen“. Doch es war nicht irgendjemand, der dort lag – das wissen sie, die Polizei und auch der Wirt Schubert. Deshalb sind sie jetzt so nervös und wortkarg.

„Albaner-Toni“, ein König vom Kiez

Das Opfer heißt Sadri L., besser bekannt als „Albaner-Toni“, ein König vom Kiez. Jener Mann, der Mitte November das größte Bordell Hamburgs eröffnen will, ein Sechs-Millionen-Euro-Investment von sechs Rotlichtgrößen. 10.000 Quadratmeter mit Saunen, Pool und mehr als hundert Frauen. Die Tageskarte soll siebzig Euro kosten, Snacks, Buffet, Softdrinks, Sauna- und Poolbenutzung inklusive; Sex kostet extra. Der Pate vom Straßenstrich an der Süderstraße will etwas Seriöses machen. „Babylon“ ist offiziell ein „Hotel- und Wellnesscenter mit bordellartigem Betrieb“.

Jetzt liegt Sadri L. mit einer schweren Kopfverletzung und Gehirnblutung im Universitätsklinikum Eppendorf. Sein Kontrahent war nach der Schlägerei mit einer Handverletzung im Krankenhaus erschienen, möglicherweise die Folge eines Messerstichs. Nach der Erstversorgung schickte ihn der Arzt in ein anderes Krankenhaus, dort warten sie heute noch auf ihn.

Mittlerweile ist man vorsichtiger

Das Landeskriminalamt ermittelt – und meinte zunächst, dass die Tat mit dem Milieu nichts zu tun habe. Ein Ermittler der Abteilung „Organisierte Kriminalität“ sagte Anfang der Woche der „Hamburger Morgenpost“: „Albaner-Toni hat 25 Jahre im bleihaltigen Hamburger Milieu überlebt. Dass er nun beinahe bei einer simplen Kneipen-Prügelei umkommt – das hat schon fast etwas Tragisches.“

Mittlerweile ist man vorsichtiger. Eine Sprecherin sagt den Standardsatz „von jeglichen Richtungen“, in die ermittelt werde, fügt aber hinzu: „Das gilt in dem Fall besonders.“

Es sieht aus nach einem neuen Akt im Drama um „Albaner-Toni“. Ein Drama um Prostitution und Schießereien, um Menschen, die sich „Kölner Klaus“, „Türken-Musa“, „Muffel“ T. oder „Bimbo“ nennen. Letzterer ist offizieller Geschäftsführer des „Babylon“. Der Einundsechzigjährige heißt eigentlich Manfred N., den Spitznamen verdankt er angeblich seiner Schwäche für dunkelhäutige Frauen.

„Ich wollte ihm eine Lektion erteilen“

„Albaner-Toni“ ist heute fünfzig Jahre alt. Vor 25 Jahren stieg er ins Hamburger Milieu ein und später zu einer Größe auf – als einer der ersten Ausländer der Szene. 1990 schoss ihm Klaus K., genannt „Kölner Klaus“, im Bordell „Sabrina“ mit einem Revolver in den Bauch. „Ich wollte ihm eine Lektion erteilen“, sagte Klaus K. vor Gericht. Sadri L. hatte ihn zuvor niedergeschlagen. Klaus K. bekam zwei Jahre und neun Monate Freiheitsstrafe. Danach soll „Albaner-Toni“ einen hohen fünfstelligen Betrag an Schmerzensgeld gezahlt haben, um seinen Geschäften unbeschadet nachgehen zu können. Und während der Rivale Klaus K. 1994 an Aids starb, wurde Sadri L. immer ehrgeiziger: Er beteiligte sich am „Dollhouse“, an der „Großen Freiheit“ und am „Laufhaus“ an der Reeperbahn. Zudem beherrschte er in den neunziger Jahren den Straßenstrich an der Süderstraße. Sadri L. war gefürchtet für seine Skrupellosigkeit.

Doch die Geschäfte im Milieu laufen heute längst nicht mehr so gut. Viele potentielle Kunden bleiben wegen des Sex-Angebots im Internet zu Hause. In Hamburg schaffen zurzeit rund 2400 Frauen in Laufhäusern, Clubs, an Straßenstrichs und in den etwa 350 „Modellwohnungen“ an. Sie machten 2008 einen Umsatz von rund 87 Millionen Euro. Vor zehn Jahren lag die Zahl der Prostituierten und der Umsätze noch doppelt so hoch. Es gibt Menschen, für die sind das keine guten Nachrichten.

Die Dornenhecke wuchert über den Zaun

Sadri L. hat jetzt wieder investiert, in die Süderstraße, dort, wo er immer der Chef war. Und wo Hamburg noch ein bisschen grauer ist als sonst – neben Baustoffhandel, Reifendiensten, Speditionen und TÜV Hanse. Die Straße endet in einer kleinen Siedlung, kleine eckige Häuser, ein Mehrgenerationenhaus mit Seniorentreff und Mutterfrühstück. Ans Schwarze Brett hat der Stadtteilpolizist seine Durchwahl geschrieben. Und am Ende der Sackgasse steht „Mandy’s Nagelstudio“. Ein paar hundert Meter entfernt soll das „Babylon“ eröffnen, Hausnummer 236. Der lachsfarbene, zweigeschossige Gewerbehof sieht noch nicht so aus, als würde er bald mehr als hundert Prostituierten Platz bieten. Die „VBH Vereinigter Baubeschlag Handel Nord GmbH“ hat immer noch nicht ihr Schild abmontiert, und auf der anderen Seite des Hofs ist der „Segro Elektrofachgroßhandel“ verwaist. Die Dornenhecke wuchert über den Zaun. Drinnen sollen die drei Saunen, zwei Massagesalons und der Pool bereits startklar sein, die Zimmer eingerichtet im antiken Stil.

Die Investition ist ein Wagnis. Seit Jahren gibt es einen Kampf um den kleiner werdenden Markt: Albaner, Türken und die Rocker von den „Hells Angels“, die um das Jahr 2000 den Kiez eroberten. „Albaner-Toni“ verbündete sich mit den „Hells Angels“. Doch es bleibt ein Gegenspieler, der ihm das Geschäft streitig machen will und vielleicht auch sein Leben.

Die haben kein Herz, kein Hirn und keine Eier

Musa A. hatte sich Mitte der neunziger Jahre mit großer Brutalität im Rotlicht-Milieu einen Namen gemacht, hieß fortan „Türken-Musa“. Seine Bande nannte sich „Gangster GmbH“, wohl in Anlehnung an das erste große Zuhälterkartell auf der Reeperbahn, das vor mehr als dreißig Jahren bis zu 120 Zuhälter kontrollierte. GMBH – dieses Kürzel stand damals für Gerd, Mischa, Beatle und Harry.

In den Neunzigern verkaufte „Türken-Musa“ seine Bordellanteile an „Albaner-Toni“. Sie handelten eine Gewinnbeteiligung aus. Musa A. kümmerte sich lieber um Warenterminbetrug. Dafür wurde er verhaftet und 2003 in die Türkei abgeschoben. Als er vor zwei Jahren für eine Operation wiederkam, verlangte er sein Geld. „Ich will 1,5 Millionen von diesen Ziegenhirten. Die haben kein Herz, kein Hirn und keine Eier. Ihre Zeit ist abgelaufen“, sagte er damals. Doch Sadri L. hatte in der Zeit längst die Macht übernommen und wurde immer selbstbewusster. So heiratete er 2005 in den berüchtigten Osmani-Clan ein. Die Hochzeitsgesellschaft hatte immerhin den Ballsaal des „Hotel Atlantic“ gemietet.

Es folgten mehrere Schießereien, unter anderem mit Maschinengewehren an der Tankstelle an der Süderstraße. Zuletzt schoss ein Unbekannter auf einen Türsteher, der von Musas Lager zu Sadri L. gewechselt sein soll.

Die Betreiber denken schon an Expansion

Musa A. sitzt seit Sommer dieses Jahres wieder im Gefängnis, verurteilt zu zwei Jahren wegen Menschenhandels und Verstoßes gegen das Waffengesetz. Doch Ruhe ist noch lange nicht in Sicht. Noch weiß niemand, ob die Schlägerei vom Wochenende der Anfang vom Ende war, der Beginn eines neuen Kriegs. Oder ob der Täter gar nicht wusste, wen er da niederschlug. Der „Hähnchenkeller“ ist bei der Polizei „schon lange nicht mehr auffällig“ gewesen. 2001 noch nahm die Polizei den damaligen Wirt fest, weil er die Gäste in rauhen Mengen mit Kokain versorgt haben soll.

Manfred N., Rufname „Bimbo“, hat jedenfalls der „Hamburger Morgenpost“ gesagt, dass man das „Babylon“ Mitte November eröffnen werde – „definitiv“. Die Betreiber denken schon an Expansion. Im kommenden Jahr wollen sie nebenan ein Fitness- und Beautystudio eröffnen, wo jetzt noch die drei Rolltore der Firma „Segro“ heruntergelassen sind und eine schmutzige weiße Fahne weht. Fürs Erste herrscht gespenstische Ruhe im Milieu. Im Nordosten Hamburgs, am Bruno-Georges-Platz, ermittelt die Polizei. Im Südosten an der Süderstraße steht eine einzige Prostituierte am Bordstein. Mit Regenschirm und Minirock wartet sie auf Autofahrer und Trucker und fürchtet die neue Konkurrenz in ihrem Rücken. Und im schicken Pöseldorf an der Außenalster möchte Franz Schubert in seinem „Hähnchenkeller“ seine Ruhe. Im Internet schreibt ein Gast, der mit „seinen Mädels“ nach einer Party dort „gerne bis in die Morgenstunden“ feiert: „Franz ist wie ein Papa, der uns sofort beschützt, wenn jemand mal zu zudringlich wird!“

(Quelle: faz.net)

Pläne für Großbordell: Kommt ein „Freuden-Hochhaus“ nach Ramersdorf?

November 5, 2009 on 4:47 pm | In HUREN NEWS | Kommentare deaktiviert

München – Ein Bürogebäude in Ramersdorf soll zu einem Groß-Bordell umgebaut werden. Geplant sind 89 Einzelräume auf sieben Stockwerken. Ins Erdgeschoss des Gebäudes an der Aschauer Straße 21 ist bereits ein Spielcasino eingezogen.

Als „Bordellfabrik“ bezeichnete der Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach (BA) das Projekt. Das Vorhaben passe schon aufgrund seiner extremen Dimension weder ins Stadtviertel noch in die nähere Umgebung, sagte Bauausschuss-Sprecher Wolfgang Thalmeir. Er befürchtet einen schlechten Ruf für Ramersdorf. „Ein Leuchtturm-Projekt im negativen Sinn.“ Fraglich sei, ob 89 Einzelzimmer auch 89 Prostituierte bedeuten würden. Handle es sich um einen „24-Stunden-Rollierbetrieb“, komme „deutlich mehr Verkehr, im doppelten Sinn“, merkte Frauenbeauftragte Hiltrud Broschei (SPD) an. Das „Freuden-Hochhaus“ würde die weitere Entwicklung des Standortes erheblich blockieren, sagte der CSU-Landtagsabgeordnete Markus Blume.

Dem BA war zeitgleich der Antrag auf eine private Kinderkrippe mit 48 Plätzen in unmittelbarer Nachbarschaft an der Aschauer Straße 30 zugegangen. Zudem befürchtet man, der geplante Großbetrieb könnte andere einschlägige Firmen nachziehen. Auch die Firma Hamabau, Eigentümerin des Büro- und Gewerbeparks „criterion“ an der Aschauer Straße, ist nicht begeistert vom gegenüber geplanten horizontalen Gewerbe. „Das Gebiet ist vom Wirtschaftsreferat für höherwertiges Gewerbe vorgesehen“, erklärte Reinhold Maier von „Hamabau“. Deshalb haben sich hier mehrere namhafte Münchner Betriebe aus dem IT-Sektor mit insgesamt 1200 Mitarbeitern eingemietet. Das geplante Bordell stehe außerdem „dem Kindeswohl entgegen“, meint Maier mit Blick auf die bereits genehmigte Kinderkrippe im Gewerbepark. „Wir werden hier unser Veto einlegen.“

Der Stadtbezirk sei im nahen Gewerbegebiet Perlach bereits mit Bordellbetrieben „versorgt“, fanden die BA-Mitglieder und forderten die Lokalbaukommission (LBK) auf, die Nutzungsänderung unbedingt zu verweigern. „Wir sind nicht dagegen“, betonte Grünen-Sprecher Guido Bucholtz. „Das ist ein ganz normaler Gewerbebetrieb, Prostitution ist schließlich ein anerkannter Beruf.“ Ob die Ablehnung aus dem Stadtbezirk viel wiegt, ist fraglich. Der BA hat lediglich ein Anhörungsrecht. „Noch ist nichts genehmigt“, beruhigt Planungsreferatssprecher Thorsten Vogel. In einem Kerngebiet wie der Aschauer Straße sei ein Bordell zwar grundsätzlich möglich, hänge jedoch von einer Einzelfallprüfung ab. Vogel bestätigte, dass es sich um ein „sehr großes Bordell“ handle. Der Antrag stamme nicht vom selben Investor, dessen Pläne für ein Großbordell in Freimann abgeschmettert wurden. „Zumindest ist es eine andere GmbH mit anderem Namen und Adresse.“

(Quelle: merkur-online.de)

Polizei hebt Rocker-Waffenlager aus: “Damit hätte man in den Krieg ziehen können”

November 5, 2009 on 4:45 pm | In HUREN NEWS | Kommentare deaktiviert

Flensburg/Kiel – Der Rockerkrieg in Schleswig-Holstein droht weiter zu eskalieren. Jetzt haben Beamte des Landeskriminalamts (LKA) bei ihren Ermittlungen gegen Mitglieder der „Hells Angels“ in einer Flensburger Autowerkstatt ein Waffenlager ausgehoben.

Zum ersten Mal wurden auch automatische Waffen und Sprengstoff gefunden. Die Waffen waren einsatzbereit. Im LKA ist man aufs Höchste alarmiert. Chef-Ermittler Jürgen Sievers: „Man hätte jederzeit mit ihnen in den Krieg ziehen können.“ Erste Politiker fordern ein Verbot der Rockerbanden im Land.

„Wir sehen einen klaren Bezug zur Rockerszene“, sagte Sievers gestern in Kiel. Detlev Zawadzki, Chef der Soko „Rocker“, spricht vom landesweit größten Waffenfund im Rockermilieu. Schon seit Tagen hatten seine Beamten die Werkstatt im Visier – die „Hells Angels“ zählten zu den Kunden. Man sei daher sicher gewesen: Irgendetwas wird dort zu finden sein.

Als die Ermittler am Montag Nachmittag zuschlugen, waren sie dennoch geschockt: In einem Spind fanden sie gleich zehn Schrotflinten und Pumpguns, im Keller in zwei Metallkisten fünf Maschinenpistolen, vier Stangen Sprengstoff mit Zündschnüren und vier Revolver und Pistolen, dazu Munition. Sievers: „Für den Moment sind wir sehr froh, aber kein Mensch weiß, was sonst noch irgendwo an Waffen bereit gehalten wird.“ Der Werkstattbesitzer, selber kein „Hells Angel“, wurde vorläufig festgenommen, ist aber wieder auf freiem Fuß. „Wir ermitteln wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffen-Kontrollgesetz“, erklärte Flensburgs Oberstaatsanwalt Rüdiger Meienburg. Darauf stünden bis zu zehn Jahre Haft.

In Schleswig-Holstein gibt es vier Rockerclubs mit je etwa zwölf Mitgliedern: Die „Hells Angels“ in Flensburg, Kiel und Alveslohe und die mit ihnen verfeindeten „Bandidos“ in Neumünster. „Es gab Auseinandersetzungen, und wir befürchten weitere“, sagte Zawadzki. Polizei-Experten gehen davon aus, dass es bei der Fehde zwischen „Hells Angels“ und „Bandidos“ auch um das Abstecken von Revieren für Rauschgifthandel und illegale Prostitution geht.
Thorsten Fürter, Innenexperte der Landtags-Grünen, fordert CDU-Innenminister Klaus Schlie jetzt zum Handeln auf: „Wenn es einen Zusammenhang mit den Rockern gibt, muss er Konsequenzen ziehen. Das kann bis zu einem Verbot von Rocker-Clubs gehen.“

Ein Verbot forderte bereits der Bund Deutscher Kriminalbeamter, nachdem es am Sonntag in Duisburg zu einer Rocker-Massenschlägerei gekommen war. Von Schlie gab es gestern allerdings keine klare Aussage. Nur so viel: „Einen Verein verbietet man oder man lässt es bleiben. In dem einen wie in dem anderen Fall redet man jedoch nicht vorher öffentlich darüber.

(Quelle: ln-online.de)

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