Prostitution: Verbot von Flatrate-Bordellen gefordert
Juli 9, 2009 on 5:22 pm | In HUREN NEWS | Kommentare deaktiviertManche Bordelle bieten Freiern einen Pauschaltarif für Prostituierten-Dienste an. Ein baden-württembergischer Landtagsabgeordneter macht nun dagegen mobil.
Freier zahlen einen festen Preis und können dafür beliebig oft die Dienste von Prostituierten in Anspruch nehmen. Diese Offerte, die unter anderem zwei Bordelle in Baden-Württemberg anbieten, alarmiert den Landtagsabgeordneten Christoph Palm. „Der günstige Preis legt den Verdacht nahe, dass die häufig unbedarften Frauen ausgenutzt werden“, sagte der CDU-Politiker am Freitag im SWR. Er ist auch Oberbürgermeister von Fellbach nahe Stuttgart, wo am 5. Juni das Flatrate-Bordell „Pussyclub“ eröffnet wurde.
Palm sieht im „Flatrate-Konzept“ einen eklatanten Verstoß gegen die Menschenwürde der oft sehr jungen Frauen, die überwiegend aus Südosteuropa stammen. Die Betreiber nutzten eine Gesetzeslücke aus. Die Landesregierung könne mit einer Bundesratsinitiative das Prostituiertengesetz oder das Strafgesetzbuch auf Bundesebene ändern. Nach Palms Angaben werden aktuell bundesweit bereits vier Bordelle dieser Art in drei verschiedenen Ländern betrieben.
Baden-Württembergs Innenminister Heribert Rech (CDU) habe ihm in einem Gespräch bereits seine Unterstützung dafür zugesagt, dass das 2002 eingeführte Prostituiertengesetz geändert und die Gesetzeslücke geschlossen werden muss.
(Quelle: focus.de)
Menschenhändler kommen mit Bewährungsstrafe davon
Juli 2, 2009 on 4:00 am | In HUREN NEWS | Kommentare deaktiviertIn dem seit Januar laufenden Prozess gegen eine Bulgarin und einen Mazedonier, die eine andere Bulgarin zur Prostitution gezwungen haben, wurde jetzt vor dem Schöffengericht in Neumünster das Urteil gesprochen.
Kreis Segeberg. Das Gericht unter Vorsitz von Richter Hans-Rainer Pichinot veurteilte Emiliya P. (38) und ihren damaligen Lebensgefährten Redzep A. (37) wegen Freiheitsberaubung und Menschenhandels zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr mit Bewährung.
Beinahe wäre dieser letzte Prozesstermin ebenso wie einige vorherige in dieser Sache geplatzt, da die Angeklagte Emiliya P. nicht aus Sofia angereist war. Das Gericht beschloss, was nach der Strafprozessordnung in diesem Stadium möglich ist, die Verhandlung ohne die Angeklagte zu Ende zu führen. Beide Angeklagten schwiegen während des gesamten Prozesses, das Opfer und gleichzeitig Nebenklägerin Trayanka A. (22) hält sich nach Drohungen gegen sie und ihre Familie ebenfalls in Bulgarien auf und ließ sich im Prozess durch ihre Anwältin vertreten.
Bei der Wahrheitsfindung musste das Gericht also ohne Aussagen der Hauptbeteiligten auskommen.
Aufgrund von Aussagen der Polizisten und Richter, die Trayanka A. vernommen haben, kam das Gericht zu der Überzeugung, dass die beiden Angeklagten Trayanka A., die mit der Angeklagten Emiliya P. verwandt ist, im Jahre 2006 zur Einreise nach Deutschland verhalfen und sie zwangen, im “weißen Haus” in Bad Bramstedt und in der “Stutenranch” in Rickling als Prostituierte zu arbeiten.
Trayanka A. wurde eingesperrt, ständig bewacht und mit Schlägen und Drohungen gegen ihren damals zweijährigen Sohn gefügig gemacht. Der Tatbestand des Menschenhandels setzt voraus, dass der Täter das Opfer in Kenntnis der Hilflosigkeit, die mit dem Aufenthalt in einem fremden Land verbunden ist, dazu bestimmt, sexuelle Handlungen mit Dritten durchzuführen.
Die beiden Angeklagten nahmen Trayanka A., die kein Deutsch sprach, die Papiere weg, Geld besaß sie auch nicht, ihren Verdienst nahmen die Angeklagten ihr weitgehend weg, sodass sie in jeder Hinsicht auf die Hilfe von Emiliya P. und Redzep A. angewiesen war, die ihr tagelang kein Essen gaben und einen wegen eines Augenleidens dringend erforderlichen Arztbesuch verweigerten.
An eine freiwillige Arbeit als Prostituierte, wie die Verteidiger behaupteten, wollte das Gericht nicht glauben, weil sich Trayanka A. nach ihrer Flucht an die Polizei gewandt hatte und völlig verängstigt von den sexuellen Handlungen berichtet hatte, zu denen sie gezwungen worden war.
Da die Angeklagten nicht vorbestraft sind, die Sache drei Jahre zurückliegt und die Wahrheitsfindung schwierig war, setzte das Gericht die Strafe zur Bewährung aus. Mit zufriedenem Gesichtsausdruck verließ der Angeklagte das Gericht.
(Quelle: abendblatt.de)
Zu wenig Kaufkraft für Liebesdienste
Juli 2, 2009 on 12:05 am | In HUREN NEWS | Kommentare deaktiviertGÜSTROW – Holly (26) bietet pures Vergnügen, Larissa (24) noch viel mehr: Käufliche Liebe ist auch ein Thema in der Kleinstadt Güstrow – überwiegend in so genannten Model-Wohnungen oder Massage-Studios. Die Polizei schätzt das Angebot als überschaubar ein – ohne kriminelle Nebeneffekte. Ein Grund: Bordelle wüchsen dort aus dem Boden, wo Geld ist. Übrigens auch im kleinen Gnoien.
Prostitution ist in vielen Städten Mecklenburg-Vorpommerns längst kein Scham- oder Tabu-Thema mehr. Jeder könne im Prinzip Liebesdienste gegen Geld anbieten, erklärt Anja Hamann, Leiterin der Kriminalpolizeiinspektion im Großraum Rostock. “Es ist nicht verboten”, sagt sie. Nur eine Gewerbeanmeldung sei nötig.
In Güstrow gebe es aber kaum ein Rotlicht-Milieu. “Der Größe und Bedeutung der Stadt angemessen”, sagt Hamann. Sie spricht von “einigen Model-Wohnungen, in denen erotische Dienstleistungen angeboten werden”. Völlig legal – wie auch in Massage-Studios, die bei der Entspannung ihrer Kunden weiter gehen als andere. Die Preise seien im Vergleich zu größeren Städten niedrig, die Dienstleister ausschließlich weiblich und oft aus Osteuropa.
Erst im Vorjahr habe die Polizei den Markt für Liebesdienste in der Barlachstadt genau unter die Lupe genommen. “Wir haben keine größeren Verstöße festgestellt”, so Hamann. Alles im Griff, sagt auch Güstrows Polizeichef Matthias Knöchelmann. Ein Bordell mit Bar und weiteren Funktionsräumen wie das Haus “Klein Paris” vor ein paar Jahren gebe es nach Kenntnis der Ordnungshüter nicht mehr. Der Hauptgrund aus Hamanns Sicht: das Geld. Einfache Regel: Nur wo viel zu holen sei, wachse auch die Prostitution. Demnach nicht in Güstrow. Eine Sperrbezirk-Regelung, die Mindestgrößen von Städten für Bordelle festlegt, gebe es in MV nicht. Auch begleitende Formen von Kriminalität seien in Güstrow nicht zu beobachten.
Bleibt die körperliche Komponente. Ein Markt für die “Models” sei da, weiß die Kripo-Chefin – in verschiedenen Formen. Im Internet wirbt ein selbst ernannter “Huren- und Bordellführer” auch für Güstrower Damen, die pures Vergnügen versprechen, zum Beispiel in der Rostocker Straße.
Noch ruhiger als in Güstrow sei es in dieser Hinsicht auf den Dörfern ringsum. Mit einigen Ausnahmen. Kripo-Chefin Anja Hamann weiß von einer “Roten Mühle” in Gnoien, die zum Nachtlokal für “erotische Freizeit-Gestaltung” ausgebaut worden sei. Auf einem Dorf bei Bützow sollen Dominas praktizieren. Prostitution? Hamann: “Der Übergang ist fließend.”
(Quelle: svz.de)
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