Angeklagter bricht in Rotlicht-Prozess sein Schweigen
Mai 14, 2009 on 8:20 am | In HUREN NEWS | Kommentare deaktiviertIm Rotlicht-Prozess gegen den mutmaßlichen Zuhälter Gunther H. (43) und drei Helfer zeichnet sich eine Wende ab.
Seit März wird den Männern vor dem Landgericht der Prozess gemacht und bisher schwiegen alle vier eisern. Nun hat einer der Angeklagten sein Schweigen gebrochen. Der 51-jährige Ulrich K. (Anwalt: Marco Bode) verlas eine Erklärung. Er räumte ein, eine Prostituierte für Gunther H. in einem Stuttgarter Großbordell untergebracht zu haben. Zudem habe er die Frau zwei Mal nach Stuttgart gefahren. Der wichtigste Satz in der Erklärung: „Ich möchte mich in aller Form entschuldigen.“
Das Geständnis bringt nun auch den Hauptangeklagten Gunther H. unter Druck. Dem Augsburger, der schon seit Jahren im örtlichen Milieu aktiv ist, wirft die Staatsanwaltschaft Zuhälterei und Menschenhandel „zum Zweck sexueller Ausbeutung“ vor. Der 43-Jährige soll eine junge Frau bereits kurz nach ihrem 18. Geburtstag zur Prostitution gebracht und Teile ihrer Einnahmen kassiert haben. Die Frau arbeitet im FKK-Club „Paradise“ bei Stuttgart. Ulrich K. soll den Kontakt zu dem Etablissement hergestellt haben. Augsburg war dem Angeklagten zu heiß gewesen. Denn bei Prostituierten unter 21 Jahren schaut die Kripo genau hin und prüft, ob die Frauen ihren Körper wirklich freiwillig anbieten.
Gunther H. ist einschlägig vorbestraft, deshalb droht ihm in dem Verfahren eine längere Haftstrafe. Sollte er sich nun doch noch zu einem Geständnis durchringen, könnte das die Strafe verkürzen. Vor allem weil dadurch zwei Frauen, die für ihn gearbeitet haben sollen, wohl ein zweiter Auftritt vor Gericht erspart bliebe. Diese Chance signalisierte Richter Karl-Heinz Haeusler dem 43-Jährigen sehr deutlich. Es scheint so, als ob er sie ergreifen wollte.
Am Donnerstag will sich auch Gunther H. ausführlich vor Gericht erklären. Damit könnte der bisher langwierige und zähe Prozess nun ein rasches Ende nehmen. Ulrich K. wurde für sein Geständnis bereits belohnt: Er wurde gegen eine Kaution von 8000 Euro nach zehn Monaten aus der Untersuchungshaft entlassen.
(Quelle: augsburger-allgemeine.de)
Brutale Menschenhändlerbande zerschlagen
Mai 14, 2009 on 3:22 am | In HUREN NEWS | Kommentare deaktiviertHamburger Polizei befreit Frauen aus Wohnungen – Jahrelang zur Prostitution gezwungen – Auch Minderjährige darunter
Acht Jahre wurde eine Rumänin (27) wie eine Sklavin zur Prostitution gezwungen. Ihre Peiniger steckten sie in Bordelle in Japan, Spanien und der Türkei. Zuletzt musste sie sich in einer Wohnung in Hamburg prostituieren. Dort gelang ihr im Januar die Flucht. Jetzt zerschlug die Polizei eine neunköpfige Zuhälterbande, die neben der 27-Jährigen mindestens elf weitere Frauen zur Prostitution zwang. 14 Wohnungen und Bordelle in Hamburg und Bremen wurden im Rahmen der Aktion durchsucht.
Zeitgleich hatten 200 Beamte, darunter Angehörige von Spezialeinheiten, zugeschlagen. In Harburg stürmten MEK-Beamte eine Wohnung an der Julius-Ludowieg-Straße, die als Unterschlupf der Zuhälter diente. Dort wurden drei Rumänen festgenommen. Neben Harburg gab es auch Durchsuchungen in Wilhelmsburg, Tonndorf, Eilbek und Sasel. “Dabei sind sieben Frauen angetroffen worden”, sagt Hauptkommissar Andreas Schöpflin. In Bremen durchsuchte die Polizei vier Modelwohnungen. Dort holte die Polizei ein erst 14 Jahre altes Mädchen aus einer Wohnung, die sich für andere Zuhälter prostituieren musste. Der “dickste Fisch” ging der Polizei im rumänischen Braila ins Netz. Elite-Polizisten verhafteten dort drei Bandenmitglieder, darunter Didi D. (31), der als Kopf der Bande gilt. Er hatte sich in seiner Heimat sicher gefühlt. Das war ein Trugschluss. “Die Zusammenarbeit über den Verbindungsbeamten mit den rumänischen Behörden klappte vorzüglich”, sagte ein Kripo-Mann.
Ausgelöst wurden die Ermittlungen gegen die Zuhältergruppierung durch die Flucht der 27-Jährigen. Sie war aus der Wohnung an der Julius-Ludowieg-Straße entkommen, nachdem sie gegen ihren Willen aus einer Bremer Modelwohnung nach Hamburg verschleppt worden war. Die Frau hatte sich an der örtlichen Wache gemeldet und von ihrem Martyrium erzählt. Auch sie stammte aus der Gegend um Braila, aus der die Zuhälter kommen. Dort war sie, wie auch elf andere Frauen, angeworben worden. Damals ahnten sie nicht, dass Drohungen, Schläge und Vergewaltigungen zu ihrem Alltag gehören sollten. Rund um die Uhr bewachten die Zuhälter die Frauen. Nur wenn sie schliefen, mussten sie sich nicht prostituieren. Das verdiente Geld nahmen die Männer ihnen ab. Höchstens fünf Euro blieben am Tag vom Liebeslohn. Dafür mussten sich die Frauen Essen und Trinken kaufen. Zum Arzt durften sie nie.
Die Ermittlungen des Milieudezernates erbrachten, dass die Männer eine streng organisierte Zuhälterbande bildeten. “Die Tatverdächtigen gingen arbeitsteilig vor und unterstützten sich”, sagt Schöpflin. Einige der Frauen, die sie als Prostituierte arbeiten ließen, waren erst 17 Jahre alt.
In ersten Vernehmungen waren die wie Sklavinnen gehaltenen Frauen “zurückhaltend”. Einige sagen nicht oder nur wenig aus. Andere belogen die Beamten. Offenbar haben sie kein Vertrauen zur Polizei oder Angst, dass in ihrer Heimat Angehörige Opfer von Repressalien werden. Dazu passt auch ein Vorfall, der sich bereits vor dem Beginn der gezielten Ermittlungen in Harburg ereignete. Passantinnen hatten beobachtet, wie auf einem Parkplatz an der Buxtehuder Straße drei Männer eine Frau verprügelten und sie in den Kofferraum eines Autos zwingen wollten. Als Polizisten eintrafen, behauptete die Frau, dass “nichts passiert” sei und die Männer ihre “Freunde” wären. Damals hatten die eingesetzten Beamten keine Handhabe gegen die Täter.
Rumäninnen und auch Bulgarinnen bilden mittlerweile die größte Gruppe der aus dem Ausland stammenden Prostituierten in Hamburg. Die Einreise ist für sie als EU-Bürgerinnen problemlos. In der Regel sind die schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse in ihrer Heimat der Grund, dass sie sich von Zuhältern anwerben lassen, um dem Gewerbe nachzugehen.
(Quelle: welt.de)
Wiesbadener Täter durch DNA-Analyse ermittelt
Mai 13, 2009 on 6:36 pm | In HUREN NEWS | Kommentare deaktiviertFehlendes Geld für ein Bahnhofsschließfach wurde den Männern, die im Januar 2008 in einer Wohnung in der Haßlocher Straße eine Prostituierte ausgeraubt und vergewaltigt hatten, zum Verhängnis.
Dies ergab am Mittwoch die Vernehmung eines Mainzer Kriminalbeamten vor dem Landgericht Darmstadt. Bei dem Beamten war nämlich wenige Wochen nach der Tat ein Rucksack als Fundsache gelandet, der Schlagstöcke, Schreckschusspistolen und polnische Ausweispapiere enthielt. Die Angeklagten hatten ihn eigentlich nur zwischenlagern wollen, sich später jedoch die Öffnung des Fachs nicht mehr leisten können.
Nachdem die Polizei zunächst nur wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz ermittelt hatte, wurde sie durch das polnische Konsulat auf die Straftat in Rüsselsheim aufmerksam und überstellte die Beweismittel dorthin.
Dass einer der Vergewaltiger zu allem Überfluss auch noch ein Sweatshirt in dem Beutel gelassen hatte, erleichterte die Ermittlungen zusätzlich. Eine DNS-Untersuchung beim Landeskriminalamt deckte seine Identität auf. Nach seiner Festnahme nannte der Wiesbadener auch die weiteren Beteiligten. Von diesen darf ein 36-jähriger Arbeitsloser allerdings mit einer deutlich geringeren Bestrafung als die beiden anderen rechnen.
Auch der psychiatrische Sachverständige zeigte sich überzeugt, dass die Aussage, er habe lediglich gegen ein kleines Entgelt als Chauffeur fungiert, der Wahrheit entspreche.
Für die 24 und 25 Jahre alten Haupttäter führte Gutachter Dr. Dieter Jöckel hingegen die Möglichkeit eines länger währenden Maßregelvollzugs, also eine Therapie in einer geschlossenen Einrichtung, ins Feld. Nur dadurch könne die aufgrund langjähriger Drogenabhängigkeit und eines negativen Sozialverhaltens ansonsten sehr hohe Rückfallgefahr gesenkt werden. Da hierbei sowohl eine Drogen- und eine Kriminaltherapie notwendig und auch eine parallel laufende Berufsausbildung zu empfehlen sei, seien dafür mindestens vier Jahre zu veranschlagen.
(Quelle: wiesbadener-kurier.de)
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