Bordell “Tropicana”: Mutmaßlicher Zuhälter nach Razzia in Untersuchungshaft
März 30, 2009 on 11:15 am | In HUREN NEWS | Kommentare deaktiviertDie Polizei hat gestern Abend den 41 Jahre alten Musa A. auf dem Schulterblatt in der Sternschanze festgenommen, der eine erst 16-Jährige als Prostituierte beschäftigt haben soll. Sie soll von Dezember 2008 bis Februar diesen Jahres im Bordell „Tropicana“ in Wandsbek für A. gearbeitet haben. Ob Musa A. die junge Frau zur Prostitution gezwungen hat, ist noch unklar. Die Polizei hat dafür keine Anhaltspunkte. Klar erscheint aber, dass Musa A. über das Alter des Mädchens informiert war.
Die junge Frau hatte sich Anfang diesen Jahres bei der Polizei gemeldet und A. angezeigt. Zudem ergaben die Ermittlungen der Polizei, dass Musa A. eine Waffe besitzt, die er oft auch bei sich trägt. Die Staatsanwaltschaft Hamburg erwirkte daraufhin Durchsuchungsbeschlüsse für zwei Wohnungen und das Bordell des bekannten Zuhälters, die gestern kurz nach 18 Uhr vollstreckt wurden.
Musa A. selbst wurde auf dem Schulterblatt angetroffen. Er hatte 9000 Euro in bar und eine Neun-Millimeter-Pistole der Marke Browning bei sich. Der 41-Jährige wurde dem Haftrichter zugeführt und kam in Untersuchungshaft.
(Quelle: abendblatt.de)
Senator hält an Straßenstrich fest
März 30, 2009 on 8:16 am | In HUREN NEWS | Kommentare deaktiviertMit seinem spektakulären Vorstoß, ganz Hamburg zu einem Sperrgebiet für den Straßenstrich erklären zu lassen, ist Markus Schreiber (SPD) – Bezirksamtsleiter von Hamburg-Mitte – gescheitert. Innensenator Christoph Ahlhaus (CDU) hat einen entsprechenden Antrag jetzt in einem dreiseitigen Schreiben zurückgewiesen. Kernsatz des Senators: “Die Konfrontation mit der Prostitution ist nach herrschender Meinung nicht geeignet, das Wohl der Jugend zu gefährden.”
Mit seinem Alleingang wollte Schreiber erreichen, dass ganz Hamburg nach Bremer Vorbild zum Sperrgebiet erklärt – und die Straßenprostitution nur in auserwählten “Toleranzzonen” zugelassen wird. Damit hätte man den Straßenstrich aus der Süderstraße verlagern können. Dieser Alleingang war begleitet von einem Fehler besonders peinlicher Natur: Amtsleiter Schreiber konnte Ende vergangenen Jahres die Ansiedlung eines Riesenbordells am Straßenstrich nicht verhindern – obwohl er es gern getan hätte -, weil die Bauprüfabteilung seines Amts das Projekt absegnete, ohne Schreiber zu informieren. Nun entsteht an der Süderstraße 236/238 ein Großbordell für mehr als 100 Prostituierte. Das ist besonders pikant, weil der Bezirk Mitte ein benachbartes Wohngebiet (das Osterbrooksviertel) davor schützen wollte “ungewollt mit der Straßenprostitution in Kontakt zu treten”. Auch weil der “Wert der Immobilien sinkt”, wie es in dem Schreiben an den Innensenator heißt.
Dieses beurteilt Innensenator Ahlhaus ganz anders. Von den Anwohnern würde es keine Beschwerden geben. Eine sichtbare Auswirkung des Straßenstrichs auf die Anlieger sei nicht vorhanden. “In der Süderstraße liegt weder eine Beeinträchtigung des Jugendschutzes noch des öffentlichen Anstands vor” schreibt der Senator. Weder Prostituierte noch Freier würden die Allgemeinheit dort belästigen.
Auch müsse Schreiber in Betracht ziehen, dass “sich die gesellschaftlichen Anschauungen und rechtlichen Rahmenbedingungen in Bezug auf die Prostitution in der Bundesrepublik Deutschland erheblich gewandelt haben”. Weiterhin seien die rechtlichen Voraussetzungen für eine Verlagerung nicht gegeben, “da außerhalb der Süderstraße und der Gebiete in St. Georg und auf St. Pauli keine vergleichbare öffentliche Prostitution stattfindet”.
Schreiber hatte seinen Sperrgebietsvorstoß an dem Tag bekannt gemacht, als er eingestehen musste, das Riesenbordell nicht verhindern zu können. Gleichzeitig hatte er verkündet, weitere Bordelle in Hamm-Süd “abzulehnen”.
(Quelle: abendblatt.de)
Edel-Bordell vor dem Aus: Das Ende von Klein Paris
März 28, 2009 on 7:25 am | In HUREN NEWS | Kommentare deaktiviertEs war das erste Bordell in Konstanz und genoss weit über die Stadtgrenzen hinaus einen guten Ruf: Klein Paris. Nun soll es abgerissen werden.
Geschlossen. Vorbei sind die Zeiten, in denen Geschäftsmänner an der Reichenaustraße etwas Zerstreuung vom Manageralltag gefunden haben; in denen zurückhaltende Herren unkompliziert mit Damen ins Gespräch kamen; in denen beim Vorüberfahren der Blick am kleinen Eiffelturm hängen blieb und jeder wusste, wie umtriebig es in dem Haus zuging: Nachruf auf das Klein Paris.
Man kann unterschiedlicher Ansicht über Bordelle sein: sie mögen, sie abstoßen, respektieren, akzeptieren. Abseits aller Befindlichkeiten hat der Anblick des Klein Paris an der Reichenaustraße bei vielen Menschen ein Stück Rotlichtromantik hervorgerufen. Dieser Puff und Konstanz gehörten einfach zusammen. Zum Teil etliche Kilometer haben die Gäste auf sich genommen, um in diesem Etablissement Entspannung zu finden.
Diese einst so noble Adresse ist passé. Es gibt sie nicht mehr. Die Telefonnummer ist ungültig. Schaukästen sind abgebaut, das Inventar ausgeräumt. Viel zeugt nicht mehr vom einstigen Vorzeige-Bordell. Das marode Gebäude steht vor dem Abriss. Bereits vor einem Jahr hat es SÜDKURIER-Informationen zufolge den Eigentümer gewechselt. Eine Investorengemeinschaft aus Radolfzell will den Bau dem Erdboden gleich machen, darauf wohl eine Spielhalle errichten. Die Bagger könnten jeden Tag anrollen. Bis zum Abriss soll dem bisherigen Pächter die Weiterführung des Bordells zugestanden worden sein. Er hatte Beobachtern zufolge hehre Ziele, wollte das Renommee des Klein Paris als niveauvolles Etablissement aufrechterhalten. Doch schon Jahre zuvor hatte das Bordell ein wichtiges Standbein verloren.
Nachdem der ehemalige Geschäftsführer in diverse Machenschaften verstrickt war, dafür auch vom Gericht verurteilt wurde, entzog das Bürgeramt Konstanz 2006 mit Bestätigung des Verwaltungsgerichts die Schankerlaubnis. Das Klein Paris verlor den Charme, darin den Abend bei einem Bierchen in erotischer Atmosphäre auch ohne Liebesdienste ausklingen lassen zu können.
Der gute Ruf des Hauses begann mit der Bordellgründung durch das Ehepaar Fryderyka und Jennö Müller, der später ermordet wurde. Anfang der 1970er Jahre hatten sie das Gebäude für damals 270 000 Mark (138 000 Euro) gekauft. Mit dem Klein Paris zog die Prostitution in Konstanz ins Trockene. Bis in die 1960er Jahre hatte in der Grenzstadt der Straßenstrich auf der Laube floriert, er wurde verboten, Sperrbezirke ausgewiesen. Das Bordell an der Reichenaustraße war stets bekannt für einen anständigen Umgang mit den Prostituierten und für geordnete Geschäftsbedingungen zwischen ihnen und den jeweiligen Pächtern wie Erich Breinlinger.
Doch das hatte seinen Preis. Nicht jeder potenzieller Kunde wollte im Laufe der Jahre für die Tarife des niveauvollen Bordells nun ohne Ausschank aufkommen und zog Etablissements mit Dumpingpreisen vor. Hinzu kam der ausbleibende Kundenstrom auch aus der Schweiz, nachdem das Land den Markt der käuflichen Liebe liberalisiert hatte. Das Klein Paris war Beobachtern zufolge nicht mehr lukrativ, der Verkauf des Areals gewinnbringender für den Eigentümer. Damit endet die Ära eines Gebäudes; das viele Geschichten erlebt hat, als erstes Bordell im einstigen als „Bums-Bonanza“ bekannten Konstanz Geschichte geschrieben hat. Ein Trost: zumindest der Eiffelturm soll weiterhin davon zeugen, was sich einst an der Reichenaustraße 216-218 abgespielt hat.
(Quelle: suedkurier.de)
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