Problemfall Leonhardsviertel

Februar 19, 2009 on 1:17 pm | In HUREN NEWS | Kommentare deaktiviert

Stuttgart – Das Leonhardsviertel, so jammern viele, verkomme zusehends, die Prostitution nehme immer mehr zu. Tatsache ist: Die Stadt hat die meisten ihrer Gebäude im Quartier verkauft, die neuen Eigentümer vermieten teils an Prostituierte, obwohl sie nicht dürfen. Etwas anderes lohne sich nicht, sagen sie. Die Stadt scheint hilflos.

Im Jahr 2007 hat Herr K., der seinen vollen Namen nicht in der Zeitung lesen will, ein Haus in der Leonhardstraße 16 gekauft, 2008 ein weiteres in der gleichen Straße und eines in der Weberstraße eine Ecke weiter. „Die Leonhardstraße 16 war eine Ruine“, sagt er. Nach der Renovierung habe man nach Mietern gesucht, allerdings habe man keine gefunden, die bereit waren, zu dem verlangten Preis in den kleinen 1-Zimmer-Appartements im Rotlichtviertel zu wohnen. Seit Juni vermietet er nun an Prostituierte. Obwohl das nicht erlaubt ist, Herr K. hat wie alle Käufer eine derartige Auflage der Stadt akzeptiert. Lohnenswert ist es dafür. Abgerechnet wird im Rotlichtmilieu tageweise, 100 Euro pro Tag kann ein Vermieter für ein Zimmer verlangen. Die Stadt befürchtet, Herr K. wolle auch seine anderen beiden Objekte, die vorher der städtischen Wohnungsgesellschaft SWSG gehörten, an Damen aus dem Gewerbe vermieten. Gegen Vorwürfe, er versuche deshalb, die jetzigen Mieter rauszuekeln, wehrt sich K. jedoch. Er habe diesen lediglich angeboten, die Umzugskosten zu übernehmen, falls jemand bereit sei, auszuziehen. Tatsache ist: Verdient ist mit den beiden Objekten derzeit anscheinend nicht viel. Herr K. würde sie jedenfalls am liebsten wieder loswerden. „Ich habe der Stadt angeboten, die Leonhardstraße 6 und die Weberstraße 9 zurückzukaufen, wenn sie auch die Leonhardstraße 16 nehmen.“ Das jedoch habe die Stadt abgelehnt. „Wenn die Stadt schon kein Interesse daran hat, weil sie das Gebäude nicht lohnend vermieten kann, wie soll dann ein privater Investor das schaffen?“ fragt K. Diese Erfahrung hat auch die Sozialwert gGmbH gemacht, der am Leonhardsplatz ein Haus mit Künstlergalerie gehört. Als die Stadt drei Häuser in der Weberstraße, unter anderem das ehemalige Spielzeugmuseum, anbot, kaufte man auch diese. „Ich dachte, das Viertel macht eine gute Entwicklung“, sagt der Geschäftsführer. Eine Weile hätte man an Studenten-WGs vermietet, das sei aber nicht lange gut gegangen. Nun hat man ein Objekt an den Wirt der Gaststätte Edelweiß verkauft, die zwei anderen stehen noch zum Verkauf. Dass die Stadt überhaupt ihre Gebäude im Viertel verkauft hat, war nach Ansicht vieler ein Fehler. Auch Detlef Kron vom Stadtplanungsamt sagt deutlich: „Das hatte nicht unsere Zustimmung.“ Nun ist es aber schon geschehen, und Auflagen werden von den neuen Eigentümern nicht eingehalten. „Konsequent wäre es, die Verkäufe rückabzuwickeln“, so Kron. Dem Stadtplaner geht es dabei nicht darum, die Prostitution aus der Altstadt zu verbannen. „Eine Großstadt braucht so etwas.“ Allerdings müsse man darauf achten, dass solche Viertel nicht zur Schmuddelecke der Stadt werden. Das Leonhardsviertel ist seit 13 Jahren Sanierungsgebiet. Städtische Zuschüsse für Investoren gibt es zwar keine mehr, jedoch steuerliche Vorteile. Damit allerdings, so Kron, fördere man derzeit indirekt das Rotlichtgewerbe. Thomas Barth, stellvertretender Bezirksbeirat in Stuttgart-Mitte, spricht sich für einen runden Tisch mit allen Beteiligten aus. „Die Stadt kann nicht einerseits Objekte verkaufen und das Viertel damit aufgeben, und dann auf Leute wie Herrn K. einhauen“, findet er. Stattdessen solle man gemeinsam an einem Nebeneinander von Prostitution, Kleingewerbe und Wohnen arbeiten. Schade findet er es, dass man ein so schönes altes Viertel verkommen lasse. „Es gibt schließlich noch etwas anderes als Stuttgart 21 und neue Einkaufszentren.“ Das Quartier aufzuwerten, ist auch Wunsch des Stadtplanungsamtes. Denn es gibt Pläne, das Züblin-Parkhaus abzureißen und an der Stelle innerstädtisches Wohnen zu verwirklichen. Attraktiv ist das jedoch nur, wenn auch das Umfeld stimmt. „Es ist möglich, was draus zu machen“, ist sich Barth sicher. Der Schwäbische Heimatbund immerhin, der seine Büros in der Weberstraße hat, fühlt sich dort nach wie vor wohl. Auch Christina Beutler, Wirtin der Weinstube Fröhlich in der Leonhardstraße, sieht bei allen Problemen auch positive Entwicklungen. „Der BIX Jazzclub hat für eine Aufwertung gesorgt.“ Und mit der Cocktailbar FouFou in der Leonhardstraße 13 haben sich erst vor kurzem wieder neue Gastronomen ins Viertel gewagt.

(Quelle: ez-online.de)

Lübecker Polizei beendet Überfallserie

Februar 15, 2009 on 3:55 pm | In HUREN NEWS | Kommentare deaktiviert

Lübeck (dpa/lno) – Mit der Festnahme eines 18-Jährigen hat die Polizei in Lübeck eine Serie von Überfällen auf Prostituierte beendet. Zivilbeamte stellten den jungen Mann am Freitagabend in der Innenstadt, nachdem er kurz zuvor in einer Wohnung zwei Prostituierte mit einer Waffe bedroht und rund 200 Euro von ihnen erpresst hatte, teilte die Polizei mit. Seit Ende Januar hatte es in Lübeck bereits vier ähnliche Taten gegeben, die alle auf das Konto des 18-Jährigen gehen sollen. Er sitzt nun in Untersuchungshaft. Ein mutmaßlicher Komplize des Mannes, der an zwei der Taten beteiligt gewesen sein soll, wird noch gesucht.

(Quelle: ln-online.de)

Freimann: Polizei warnt vor Groß-Bordell

Februar 13, 2009 on 10:21 am | In HUREN NEWS | Kommentare deaktiviert

München – An der Isar gibt es mehr Prostituierte als in Hamburg. Mit dem geplanten Groß-Bordell in Freimann könnten es noch mehr werden. Davor warnt jetzt die Polizei.

Fast ganz München ist rot: Der Sperrbezirk. Nur zwischendrin dürfen Rotlicht-Viertel entstehen. Die größten liegen zwischen Lerchenau und Hasenbergl , im Euro-Industriepark, im Moosfeld und um die Meglinger- und Machtlfinger Straße. In der Öffentlichkeit ist käuflicher Sex überall untersagt. Zum „Anbahnen“, wo die Prostituierten ihre Freier direkt ansprechen, gibt es Straßenstrichs: Und zwar an der Ingolstädter Straße, der Freisinger Landstraße, Am Neubruch in Moosach, am Autobahnkreuz München-West, an der Landsberger Straße, der Hansastraße, an den Isarauen, an der Friedenstraße hinter dem Ostbahnhof und an der Zamdorfer Straße.

Man glaubt es kaum: München schlägt die Kiez-Stadt Hamburg, was die Anzahl der Prostituierten angeht. Gut 2450 Frauen gehen an der Alster anschaffen, schätzt die dortige Polizei, dazu rund 130 Stricher. Die Münchner Polizei hat 2008 bei ihren Kontrollen 2636 legale Liebesdamen und Stricher registriert. Bordell-Betriebe gibt es in Hamburg allerdings deutlich mehr: Rund 400 sind es, vom Sex-Kino als Anbahnungs-Treff bis zum Laufhaus an der Reeperbahn mit 99 Betten. 160 sind es offiziell in München.

Jetzt könnte in Freimann eines der größten Bordelle Europas entstehen. Wie berichtet, will ein Investor an der Freisinger Landstraße eine Pharma-Fabrik in einen Lust-Komplex verwandeln. Ein Schwimmbad und 30 Zimmer für Liebesdienste auf rund 2300 Quadratmetern, lautet der Antrag an die Lokalbaukommission.

Wellen der Empörung schlagen dem Projekt entgegen. „So eine Institution hat in unmittelbarer Nachbarschaft unseres Wohngebiets nichts zu suchen“, sagt der Chef des örtlichen Bezirksausschusses, Werner Lederer-Piloty (SPD). Der CSU-Bundestagsabgeordnete Johannes Singhammer befürchtet gar, das „Monsterbordell“ könnte Freimann „zum zentralen Rotlichtviertel Süddeutschlands“ machen.

Mit den angekündigten 30 Zimmern wäre das Freudenhaus kleiner als Münchens größtes, das „Vitalia“ im Euro-Industriepark. 52 Zimmer hat dieses, 30 dürfen maximal belegt sein. In dem Laufhaus sitzen die Damen vor den Zimmern, die Kunden suchen sich im Vorbeilaufen eine Frau aus.

Im Vergleich zu den 160 an der Isar registrierten Bordellbetrieben – meist unauffällige Wohnungen in den Rotlichtvierteln, in die sich Prostituierte einmieten – wäre der Freimanner Komplex jedoch sehr groß. Zu Singhammers „Monsterbordell“ könnten das Haus die gut 160 Betten machen, die der Investor im selben Gebäude offiziell als Hotel-Betten deklarieren will.

Der Polizei ist die Sache auch nicht geheuer. Uwe Dörnhöfer von der „Sitte“ ist überzeugt, dass hier der „eigentliche Zweck verschleiert werden soll“. Deswegen hat sein Kommissariat der Stadt geraten, den Antrag des Bauherren abzulehnen.

Zum Vergleich: Das Kölner „Pascha”, wo sich im Schnitt 120 Liebesdienerinnen einmieten, preist sich als größtes Freudenhaus Europas. Freimann könnte ihm den Rang ablaufen, denn rechtlich wäre es kein Problem, wenn die Prostituierten auch die Hotelzimmer nutzen. Das Haus läge nicht im Sperrbezirk.

Ohne Schwierigkeiten, fürchtet Dörnhöfer, könnte dort auch die Zwangsprostitution heimisch werden. „Legale Bordelle dürfen wir jederzeit unangemeldet kontrollieren. Bei Hotels wird das deutlich schwieriger.” Dörnhöfer teilt die Sorge der Freimanner Stadtviertel-Politiker, um den Betrieb herum könnte sich die Kriminalität ausbreiten. Rauschgifthandel und Körperverletzung seien immer im Rotlicht-Milieu zu finden. Mit ein Grund, warum Dörnhöfer die 1969 in München eingerichteten und seitdem mehrfach veränderten Sperrbezirke verteidigt. Der Sperrbezirk schützt Wohngebiete, so dass Bordelle sich vor allem in Gewerbe- und Mischgebieten an der Peripherie niederlassen können. Strip-Bars, Massage-Salons oder Escort- und Call-Boy-Dienste sind in „der Sperre” erlaubt.

Wie groß das illegale Milieu in München ist, lässt sich kaum schätzen. 100 bis 200 Verstöße gegen die Sperrbezirksverordnung gab es 2008. Drei- bis sechshundert Stricher, schätzt die Beratungsstelle „Marikas”, würden vor allem in den Schwulen-Bars am Viktualienmarkt auf Freier-Suche gehen.

(Quelle: merkur-online.de)

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