Zwei Stunden Sünde
November 23, 2008 on 4:26 pm | In HUREN NEWS | Kommentare deaktiviertZwischen Bars, Bordellen und Transvestitenschuppen: Die “Historische Hurentour” führt in Hamburgs lasterhafte Ecken.
Vor dem Eingang zur Herbertstraße liegt ein angeheiterter Herr im Anzug auf dem Rücken und wühlt in einem dicken Bündel Geldscheine. Die Prostituierten an den Toren beobachten das Schauspiel interessiert. „Für mehr Fremdenverkehr“ wirbt eine Zigarettenmarke auf den Sichtblenden, welche die Straße mit den Mädchen hinter Schaufenstern abschirmen. „Fremd sind wir“, scherzt ein älterer Herr mit österreichischem Akzent. Die Mädchen schütteln lächelnd den Kopf. Frauen müssen schon seit 25 Jahren draußen bleiben, heute auch der Tiroler. Ein Aufkleber am Revers hat ihn als Teilnehmer der „Historischen Hurentour“ enttarnt. „Kannst ja wiederkommen,“ ruft ihm eine Prostituierte hinterher, aber da hat ihn seine Gattin schon mit festem Griff weitergezogen.
Die Herbertstraße ist auf der Tour tabu, „die Mädchen sind keine Schau objekte“, erklärt Führerin Manuela. Sie ist Schauspielerin und schlüpft für die kommenden zwei Stunden in die Rolle der Violetta. „Ein typischer Arbeitsname für Huren“, sagt sie. Sie trägt ein fahlgelbes Kostüm und eine merkwürdige rote Mütze mit Ohrenklappen. „Die Hurenhaube“ gehörte im 18. Jahrhundert zur Pflichtkleidung der Hamburger „leichten Mädchen“.
Der Himmel über St. Pauli erstrahlt rosarot wie die Objekte in den Auslagen der Sexshops. Pünktlich um 20 Uhr beziehen die Mädchen Position auf dem Straßenstrich. Bis morgens um fünf läuft nun auf insgesamt 800 Metern Rotlicht-Sperr bezirk in David-, Erich- oder Friedrichstraße die Akquise im allnächtlichen Liebeshandel.
Für Außenstehende eine faszinierende Welt, wusste die Niederländerin Gerritje Deterding und erfand vor vier Jahren die „Historische Hurentour“. Ausgestattet mit der Toleranz des Nachbarlandes und Insiderwissen aus ihrer Zeit als Geschäftsführerin in Willi Bartels „IG St. Pauli“, entwickelte sie den geschlechtlich-geschichtlichen Kiezspaziergang. Heute ist die Hurentour einer der meist verkauften Rundgänge Deutschlands. Ausgebildete Guides plaudern freizügig von Praktiken und Prozeduren, zeigen Seitenstraßen und Orte des Geschehens – nachgebaute Bordellzimmer mit allem Drum und Dran.
Über dem SM-Laden „Café de Sade“ gießt eine Rentnerin die Blumen, eine Afrikanerin schiebt ihren Kinderwagen vorbei. Es scheint ruhiger geworden, seit die Bandenkriege der 70er und 80er abgeflaut sind. Studenten wohnen hier und Familien, ganz normale Leute. Eine beschauliche Reihenhausgegend ist der Kiez dennoch nicht – schon wieder ertönt das Martinshorn der „Peterwagen“, die Beamten der Davidwache fahren ihren nächsten Einsatz, sicher nicht den letzten in dieser Freitagnacht.
Der Kiez erwacht. Auf dem Hans-Albers-Platz füllen sich die Kneipenbänke, in der „99 Cent Bar“ investieren die ersten Jugendlichen ihr Kleingeld. Violetta führt ihre Gruppe zur Reeperbahn. „Eroscenter“ leuchtet an einem grauen Haus. Hier gehen Männer auf mehreren Etagen von Zimmertür zu Zimmertür, je höher sie kommen, desto exotischer werden die Mädchen. Alle legal im Gewerbe, sagt Violetta. „Keiner will hier Ärger mit den Behörden.“ Die Prostitution hat beinahe bürgerliche Züge bekommen, seit sie offiziell als Beruf gilt. Die Mädchen sind bei der Handelskammer gemeldet, dürfen Küchenrollen von der Steuer absetzen, manches Bordell bietet Festanstellungen. Die Prostituierten in der Herbertstraße freuen sich über jedes neue Bürohaus in der Umgebung – die Mittagszeit bringt die meisten Kunden, die Freier zahlen mit Kreditkarte. „Ein Geschäft wie viele andere“, meint Violetta.
Auf der legendären „Großen Freiheit“ beginnt unter dröhnendem Durcheinander von Musik der Kampf um die Kunden. Von draußen gut sichtbar macht sich auf dem Tresen im Stripclub „Dollhouse“ eine spärlich bekleidete Tänzerin warm. Aufreizend streckt sie ihren Po heraus, Animation gehört zum Geschäft. Der Türsteher vor einem der Table-Dance-Schuppen kurbelt seinen hanseatischen Charme an: „Kannst hier ein Praktikum machen“, ruft er der blonden Düsseldorferin zu. Sie schüttelt den Kopf – und sieht doch leicht geschmeichelt aus.
Die St.-Joseph-Kirche ist das einzige Gebäude, welches nicht blinkt und schallt. Vor der dunklen katholischen Kulisse berichtet Violetta, warum die Huren im Mittelalter als Ehetesterinnen unverzichtbar waren und wie Hamburg unter Bismarck das besondere Licht erfand. Geschichten aus 350 Jahren Rotlicht bezirk, dem ältesten Europas. Früher holten sich die hübschesten Deerns die Seemänner direkt von Bord in ihre Etablissements, heute fordern die Kapitäne „Schwestern“ und „Cousinen“ per Fax in den Hafen an. Die Zeiten ändern sich, die Nachfrage bleibt.
Die europäische Geschichte kämpft gerade schwer gegen die asiatische Moderne – gegenüber der Kirche hat sich in der Karaokebar „Thai-Oase“ ein kraftvoller Sänger gefunden. Die Hurentour zieht weiter durch die dunkle Straße. Eine groß gewachsene Erscheinung unbestimmten Geschlechts schmiegt sich an ein Geländer. „Eine Transe“, flüstert eine Dame ihrem Begleiter zu. Violetta bestätigt: „Wir sind im Transvestitenviertel.“ Man kennt sich hier. Die „Dockschwalben“ grüßen ihre historischen Vorgängerinnen freundlich.
Oft, so hat man bei der Hurentour erkannt, wirke der Spaziergang auf Herren und Geschäft recht anregend. Heute nicht. Überhaupt, keiner der Männer war je bei einer Prostituierten. Sagen sie. „Wie immer“, sagt Violetta schmunzelnd. „Der eigene ist nie dabei.“
Am ältesten Tresen St. Paulis, im „Kruse“, endet die Tour bei einem typisch Hamburger Sauren. Die runde Kati hinterm Tresen schnackt munter drauf los und öffnet die ersten Buddeln Astra. Die Jukebox legt los mit „Sieben Sünden“ von DJ Ötzi. Die Teilnehmer der Hurentour sitzen lässig da. Der Kiez ist nicht mehr fremd für sie.
(Quelle: tagesspiegel.de)
Straßenreiniger haben Huren-Sex im Müllwagen
November 21, 2008 on 6:38 pm | In HUREN NEWS | Kommentare deaktiviertBerlin – Mensch, das sind ja heiße Feger. In Berlin wurde jetzt beobachtet, wie ein Mitarbeiter der Stadtreinigung (BSR) Sex im Dienst hatte. Mit einer Straßenstrich-Prostituieren. In seinem Müllwagen!
Wie die “BZ” berichtet, hielt der Mann in seinem Kehrwagen an der Kurfürstenstraße. Dort befindet sich Berlins berühmter Straßenstrich, hier gibt es schnellen Sex schon für fünf Euro.
“Nach einer halben Stunde hielt der orangefarbene Wagen. Der Mann am Steuer fragte, wie viel Geld ich will”, sagte “Sandy” aus Bulgarien zur “BZ”.
Kurz darauf stieg sie ins Cockpit des BSR-Wagens. Nach kurzer Fahrt hielt das Auto. Sandy zur “BZ”: “Ich öffnete seine Hose und legte los.”
Die Stadtreinigung will die Sache nun prüfen, doch die “BZ” berichtet schon von neuen Fällen…
(Quelle: express.de)
Pinneberger Bordellwirt muss für dreieinhalb Jahre in Haft
November 11, 2008 on 6:20 am | In HUREN NEWS | Kommentare deaktiviertPinneberg/Itzehoe – Drei Stunden lang wurde hinter verschlossenen Türen verhandelt. Dann waren sich das Gericht, die Staatsanwaltschaft und Verteidiger Norbert John gestern einig. Im Gegenzug für ein umfassendes Geständnis erhielt der Pinneberger Bordellwirt Eduard M. einen “Strafrabatt”. Am zweiten Prozesstag wurde der 41-Jährige, dem unter anderem das Einschleusen und Ausbeuten von Prostituierten zur Last gelegt worden war, zu einer Haftstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt. Außerdem werden 188 000 Euro Gewinn, den der Angeklagte aus seinen kriminellen Machenschaften erwirtschaftet hat, eingezogen – im Juristendeutsch wird das als Verfall bezeichnet.
Eduard M., der in Martinskirch (heute Rumänien) geboren worden war, kam 1990 nach Deutschland. Dort arbeitete der gelernte Gastronom in der Branche, eher er 2003 als Barmann im Night Club 195 in Pinneberg anheuerte und das Etablissement bis zu seiner Festnahme im Mai 2008 als Pächter betrieb.
Staatsanwalt Hendrik Schwitters warf dem vorbestraften Deutsch-Rumänen insgesamt 128 Straftaten vor. 100 betrafen den Handel mit Kokain. In 28 Fällen soll er Frauen aus Rumänien – mehrere von ihnen jünger als 21 Jahre – als Prostituierte beschäftigt haben, obwohl diese keine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis für Deutschland besaßen. Um den Status seiner Beschäftigten zu legalisieren, organisierte der 41-Jährige in elf Fällen Scheinehen mit Deutschen, die in Dänemark geschlossen wurden. Auch soll Eduard M. ausstiegswilligen Frauen sowie deren Verwandte massiv bedroht haben.
Um diese Fakten zusammenzutragen, hatten Kripo-Beamte und Staatsanwälte monatelang akribisch ermittelt. Alle diese Erkenntnissen hätten in dem Prozess durch diverse Zeugenvernehmungen untermauert werden, teilweise hätten Frauen aus Rumänien nach Itzehoe gebracht werden müssen. Das teure Verfahren hätte sich bis weit ins nächste Jahr hingezogen.
Weil der Angeklagte alle Vorwürfe einräumte, konnte die Beweisaufnahme jedoch nach wenigen Minuten ohne Zeugen beendet und das Verfahren noch am Nachmittag abgeschlossen werden. “Ohne ihr Geständnis wäre die Strafe erheblich höher ausgefallen”, so der Vorsitzende Richter Jürgen Engelmann. Eduard M., der Vater zweier kleiner Töchter ist, erhielt bis zum Strafantritt Haftverschonung.
(Quelle: abendblatt.de)
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