Auf der Uni dank Liebeslohn

Januar 29, 2008 on 7:19 am | In HUREN NEWS | Kommentare deaktiviert

Laura ist 18, an einer Pariser Uni eingeschrieben und kann sich das teure Studium nicht leisten – kein Stipendium, mieser Nebenjob. Adieu, Unschuld: Laura sucht sich Kunden im Internet. Bis zu 40.000 Studentinnen in Frankreich verdienen wie sie als Hure ihr Geld.

Hamburg – “Nicht einmal eine Bohne zu essen, unbezahlte Rechnungen und die ausstehende Miete, nie einen Cent in der Tasche, zum Schwarzfahren gezwungen. Es war ein unerträgliches Leben”, schreibt Laura D. Das Leben, von dem sie in ihrem Buch “Mes chères études” (“Mein teures Studium”) berichtet, spielt in ihrem ersten Jahr als Studentin. Weil ihre Erinnerungen intime Bekenntnisse sind, verschweigt sie ihren Nachnamen. “Mes chères études” ist eines von zwei Büchern, die jetzt in Frankreich zu dem Thema erschienen sind und für einen Skandal gesorgt haben.

Laura ist 18, als sie sich an einer Pariser Universität einschreibt. Italienisch und Spanisch. Nebenbei jobbt sie in einem Callcenter, 15 Stunden die Woche, schlecht bezahlt. Ihre Eltern verdienen zu wenig, um sie zu unterstützen, aber zu viel, wenn es nach den Bestimmungen für staatliche Hilfen geht. Studiengebühren, die explodierenden Mietpreise in Paris, der Wunsch nach Genuss im Leben – Laura kann sich das Studium schon nicht mehr leisten, bevor sie ihre ersten Scheine in Händen hält.

“In der Metro zittere ich aus Angst, einen Kontrolleur zu sehen, und frage mich, wie ich den Monat überstehen werde”, notiert sie. Ihren Kommilitonen erzählt sie nichts über ihre finanziellen Sorgen – über Geld spricht man nicht, das gilt auch unter Studenten. Ohnehin werden die Möglichkeiten, sich mit ihnen auszutauschen, selten: Wenn sich Freunde im Café oder in einer Bar treffen, sagt sie ab, sie kann sich nichts leisten, mit dem sie anstoßen könnte. “Das wäre alles kein Problem, wenn ich etwas zu essen hätte, wenn ich nicht hungrig wäre.”

Bis sie im Internet surft, nach Lösungen sucht. Sie schreibt sich in ein Portal ein, Zugang ab 18, gibt als Namen kein Pseudonym, sondern Laura an, sie will sich treu bleiben, und stößt schon bald auf ihre künftigen Kunden: Männer, die meisten jenseits der 50. Sie annoncieren, suchen “junge Frauen”, “zärtliche Stunden” und “Massagen”. Sie sucht Geld, schnelles Geld. “In jedem Leben gibt es eine Nacht, in der man sehr schnell reift. Nichts ist danach wie zuvor. Adieu Unschuld”, schreibt Laura in ihrem Buch.

Der Beginn eines Doppellebens

Die meisten Studentinnen sind erst über das Internet, wo Kontakte diskret und anonym begonnen werden können, zu dem Nebenjob als Prostituierte gekommen. Eva Clouet ist selbst noch Studentin, hat aber schon eine Studie über das Tabuthema veröffentlicht. “La prostitution étudiante” (“Die studentische Prostitution”) erschien am selben Tag wie die Bekenntnisse von Laura D. Die 23-jährige Clouet suchte auf Seiten von “Escort-Damen” und wurde fündig: “Studentinnen im dritten oder vierten Jahr, sie treffen ihre Kunden ein oder zwei Mal im Monat, verheiratete Männer zwischen 40 und 50″, so Clouet.

Lauras erster Kunde heißt Joe, ein Pseudonym, er ist 50 Jahre alt. “Ein Mal, nicht mehr”, sagt sie sich vorher. Joe wünscht sich in seiner Annonce eine Massage, im Hotel will er mehr. Sie willigt ein. 250 Euro verdient sie an diesem Abend, der Beginn eines Doppellebens, das sie offenbar nicht zum Ausnahmefall macht: Die Studentengewerkschaft SUD hat im Jahr 2006 geschätzt, dass sich von den insgesamt 2,2 Millionen Studenten in Frankreich etwa 40.000 prostituieren, die französische Polizei geht immerhin von bis zu 20.000 aus.

Auch in England ist das Thema bekannt: Eine Studie der Universität im englischen Kingston ist zum Ergebnis gekommen, dass zwischen 2000 und 2006 die Zahl der Studenten, die mit Prostitution oder Jobs in der Sexindustrie ihre Studiengebühren finanzieren, um 50 Prozent gestiegen ist. Zehn Prozent der Befragten gaben an, Bekannte zu haben, die als Stripperin, Masseusen oder Prostituierte arbeiten. In Deutschland bleibt Prostitution unter Studentinnen offenbar eine Phrase, die auf den Dekolletés von Demonstrantinnen geschrieben steht. “Dass es Einzelfälle gibt, kann ich nicht ausschließen, aber Prostitution halte ich nicht für ein Massenphänomen”, sagt Stefan Grob vom Deutschen Studentenwerk.

Laura antwortet heute auf keine Annonce mehr. Sie verdiente zuletzt 400 Euro pro Abend, doch das war es ihr nicht mehr wert, auch wenn sie der Reiz des schnellen Geldes nicht ganz losgelassen hat. “Ich weiß, dass ich nicht zurück will, aber ich weiß auch, dass das nicht leicht wird.”

Mammutverfahren auf dem Prüfstand

Januar 19, 2008 on 1:59 pm | In HUREN NEWS | Kommentare deaktiviert

Leipzig/Neuruppin (ddp-lbg). Ihre kriminellen Machenschaften brachten dem beschaulichen Neuruppin in den Medien den Beinamen «Klein-Palermo des Ostens» ein. Im großen Stil dealten die Mitglieder der sogenannten XY-Bande über mindestens fünf Jahre mit Kokain. Auch vor Bestechung, illegalem Glücksspiel und Prostitution schreckte die Gruppierung um den illustren Kaufmann und zeitweiligen CDU-Stadtverordneten Olaf K. nicht zurück.

Weil die Bandenmitglieder mit Nobelkarossen durch die Stadt fuhren, auf deren Nummernschildern hinter dem Ortskennzeichen OPR die Buchstabenfolge XY stand, gaben die Ermittler der Gruppierung den Namen XY-Bande. Im August 2004 wurde die Bande schließlich mit einer großen Razzia ausgehoben. Es folgte der bisher größte Prozess gegen Organisierte Kriminalität in Ostdeutschland.

Der Bundesgerichtshof in Leipzig entscheidet nun am Dienstag, ob das vor 16 Monaten vom Landgericht Neuruppin gefällte Urteil Bestand hat. Revision legten die Rechtsanwälte von sechs Angeklagten ein. Die Staatsanwaltschaft Neuruppin will zwei Entscheidungen überprüfen lassen.

Nach 17 Monaten Prozessdauer befanden die Richter im September 2006 sechs von sieben Angeklagten unter anderem des bandenmäßigen Drogenhandels oder der Beihilfe dazu für schuldig. Der Anklagepunkt der Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung wurde fallengelassen.

Die zahlreich erschienenen Freundinnen und Verlobten der Angeklagten stöhnten laut auf, als der Vorsitzende Richter Gert Wegner am 83. Verhandlungstag das Urteil verkündete. Der mutmaßliche Kopf der Bande, Olaf K., soll für zwölf Jahre ins Gefängnis. Gegen die beiden anderen Rädelsführer Carsten O. und Jürgen D. verhängte das Gericht Gesamthaftstrafen von jeweils neun Jahren.

Drei weitere Angeklagte sollen Haftstrafen zwischen drei und acht Jahren verbüßen. Lediglich der damals 45-jährige Thomas B. wurde freigesprochen. Diese Entscheidung sei «dringend Überprüfungswürdig», sagt der Neuruppiner Oberstaatsanwalt Frank Winter. Auch das Strafmaß für Olaf E., der für drei Jahre in Haft soll, ist nach Auffassung die Behörde zu niedrig. Die Urteile der Hauptangeklagten will die Staatsanwaltschaft nicht anfechten.

Richter Wegner hatte bei der Urteilsverkündung betont, dass die kriminellen Machenschaften der Angeklagten in Neuruppin ein «offenes Geheimnis» gewesen seien. Auch hätten sie zahlreiche Sympathisanten in der Stadt gehabt. Dies erinnere schon an «mafiöse Strukturen». In dem Fall wurde bundesweit gegen über 100 Tatverdächtige ermittelt. Auch hatte die Bande Kontakte zu Politik, Verwaltung und Polizei. Der Leiter des städtischen Grundstücksamtes half, wenn es Probleme beim Erwerb von Immobilien gab. Vor Razzien wurden die Mitglieder des Rauschgiftrings von einem Neuruppiner Polizisten gewarnt. Beide erhielten Bewährungsstrafen.

Um das Geflecht in Neuruppin aufzudecken, wurden in dem Mammutprozess 140 Zeugen gehört. Zudem hatten Richter, Staatsanwälte und Verteidiger eine wahre Papierflut zu bewältigen. Die Hauptakte bestand zu Prozessbeginn aus zehn Ordnern mit 8635 Seiten. Hinzu kamen 69 Ordner Beiakten. Die Anklageschrift umfasste 95 Seiten.

An der Urteilsbegründung schrieben die Richter viereinhalb Monate. Der vor rund einem Jahr fertiggestellte Schriftsatz umfasst 397 Seiten. Es ist die umfangreichste Urteilsbegründung in der Geschichte des Landgerichts.

Es sei ein Riesenprozess gewesen, allein die Logistik habe Gericht und Staatsanwaltschaft vor große Herausforderungen gestellt, sagt Oberstaatsanwalt Winter. Aber auch für die Angeklagten und deren Verteidiger sei es eine Belastung gewesen. Dass der Prozess komplett neu aufgerollt werden muss, glaubt der Jurist jedoch nicht. Es sei aber vollkommen offen, wie die Leipziger Richter entscheiden.

Prostituierte muss nicht in Wohngebiet geduldet werden

Januar 18, 2008 on 4:28 pm | In HUREN NEWS | Kommentare deaktiviert

Zweibrücken (AP) Rote Karte für «Heimarbeit» von Prostituierten: Das Pfälzische Oberlandesgericht Zweibrücken hat entschieden, dass sexuelle Dienstleistungen in einer Wohnanlage von der Eigentümergemeinschaft nicht geduldet werden muss, weil die Immobilie damit entwertet wird. Im konkreten Fall ging es um eine aus mehr als 150 Appartements bestehende Wohnanlage in Kaiserslautern. In einer Wohnung wurde über das Internet unter anderem «Hausfrauensex» angeboten. Das ist rechtskräftig verboten, nachdem der 3. Zivilsenat des OLG die Entscheidungen der beiden Vorinstanzen in vollem Umfang bestätigte.

Bereits das Landgericht Kaiserslautern hatte festgestellt: Auch wenn die Ausübung der Prostitution in der Wohnung diskret erfolge, spreche sie sich unter den Mitbewohnern und der Nachbarschaft, unter Maklern, Wohnungsinteressenten und Kapitalanlegern erfahrungemäß schnell herum. Sei die Wohnungseigentumsanlage in Verruf, wirke sich dies schnell auf die Vermietbarkeit und Verkäuflichkeit der anderen Wohnungen negativ aus. Dies brauche eine Wohnungseigentümergemeinschaft nicht hinzunehmen. Dass die Appartements vornehmlich an Studenten und damit für einen vorübergehenden Zeitraum vermietet werden, spielte für das Urteil kleine Rolle.

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