Mafia-Prozess gegen den Chemnitzer Rotlicht-Paten

August 26, 2010 on 10:15 am | In HUREN NEWS | Kommentare deaktiviert

Seit gestern läuft einer der größten Rotlicht-Prozesse am Chemnitzer Landgericht. Prostituierte aus halb Europa sind als Zeuginnen geladen. Der Litauer Mindaugas R. (39) galt im Milieu als einer der bedeutendsten und gefährlichsten Zuhälter der Stadt. Weil zwei Zwangsprostituierten die Flucht gelang, sie sich der Polizei anvertrauten, konnte der Drahtzieher der litauischen Mafia im März verhaftet werden.

Chemnitz. Allein die Verlesung der Anklage gegen Mindaugas R. dauerte knapp 20 Minuten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm „gewerblichen Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung“, zudem Körperverletzung, Zuhälterei, Vergewaltigung und Freiheitsberaubung vor. Der Staatsanwalt will ihm sogar die Zugehörigkeit zur litauischen Mafia, der sogenannten „Vilnius Brigade“, nachgewiesen haben.

Ans Licht kamen die Machenschaften von Mindaugas R., weil sich zwei Zwangsprostituierte im Juni 2009 bei der Polizei gemeldet hatten. Sie sagten aus, dass der Litauer sie über Internetportale in Osteuropa für lukrative Jobs in Chemnitz angeworben hatte. Hier angekommen, soll der Angeklagte beide eingesperrt und zur Prostitution gezwungen haben. Ihre Pässe ließ er verschwinden. Eine andere osteuropäische Prostituierte soll er mehrmals mit einer Peitsche, Vergewaltigungen und Morddrohungen gegen ihre Familie gefügig gemacht haben.

„Das ist totaler Quatsch, ein Missverständnis“, streitet der Angeklagte die Vorwürfe ab. 13 Zeugen werden in dem mehrwöchigen Prozess erwartet. Auch fünf Prostituierte, unter anderem aus Litauen und London, sollen vorm Landgericht aussagen.

Info: Die “Vilnius Brigade”
Die litauische Mafia ist nur wenigen unter dem Namen „Vilnius Brigade“ bekannt. In ganz Europa werden die Mitglieder unter anderem wegen Autodiebstahls, Prostitution, Waffenhandels und Schutzgelderpressung verfolgt. Benannt nach der heutigen Hauptstadt Litauens, wurde die kriminelle Vereinigung zu Zeiten der sowjetischen Herrschaft in dem baltischen Staat gegründet. Anfang der Neunziger sorgte die „Vilnius Brigade“ mit der Ermordung einiger Journalisten für Aufsehen.

(Quelle: sz-online.de)

Straßenstrich und Drogenszene verbannen

August 25, 2010 on 12:00 am | In HUREN NEWS | Kommentare deaktiviert

Frankfurt. Ein Bordellbesitzer angeschossen, eine Tänzerin gewürgt, ein Passant erstochen, als dieser zwei Frauen zu Hilfe eilte: Die Kriminalität im Frankfurter Bahnhofsviertel reißt nicht ab. Polizei und Stadt wollen jetzt härter durchgreifen, vor allem den Straßenstrich verbannen und gegen die Drogenszene vor Läden und Lokalen vorgehen, die Anwohner, Geschäftsleute und Touristen massiv stört.

Der als künftiger hessischer Innenminister gehandelte Staatssekretär Boris Rhein (CDU) lobte gestern bei der Vorstellung der »Sicherheitsoffensive« die »deutschlandweit einzigartige Zusammenarbeit« zwischen Polizei und Stadt. Das Bahnhofsviertel sei ein »besonderes, ein reizvolles Viertel«, in dem sich in den letzten Jahren vieles zum Guten gewandelt habe, betonte der Frankfurter.

Mehr als 2600 Strafanzeigen wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz habe die Polizei 2010 bereits im Bahnhofsgebiet geschrieben. Dazu kommen 107 Waffendelikte und mehr als 3200 Platzverweise. 37 Haftbefehle wurden vollstreckt und mehr als 17 Kilo Rauschgift sichergestellt. Zwei minderjährige Prostituierte wurden in den Bordells aufgegriffen. Die Bilanz wertet Rhein als Zeichen, »dass da ganz intensiv ermittelt wird«.

Denn: 20 Polizisten seien seit Jahresbeginn zusätzlich für Frankfurt abgestellt. 2011 sollten landesweit noch einmal 50 Beamte als schnelle Eingreiftruppe folgen, für Brennpunkte wie das Bahnhofsviertel. Seit kurzem sind zudem 15 Stadtpolizisten im Quartier auf Streife. »Die Menschen müssen sehen, dass uniformierte Kräfte vor Ort sind«, betonte Frankfurts Ordnungsdezernent Volker Stein (FDP). Viele Polizeikräfte arbeiteten verdeckt, etwa im Kampf gegen die Hintermänner illegaler Prostitution von bulgarischen und rumänischen Frauen, sagt der zuständige Kriminaloberrat Thomas Seidel. Polizei und Ordnungsamt wollen sich enger absprechen. »Mindestens einmal in der Woche, nach Bedarf auch täglich«, versichert der neue Ordnungsamtsleiter Jörg Bannach.

Die im Bahnhofsviertel verbotene Straßenprostitution soll auf den legalen Strich in der Nähe der Messe verdrängt werden. Ansammlungen von Junkies will man auflösen und die »rund 30 bis 40 besonders auffälligen Drogenabhängigen« (Stein) mit Gesprächen dazu bringen, das Rauschgift in den dafür vorgesehenen Einrichtungen und nicht auf der Straße zu konsumieren. Im Bahnhofsviertel seien Kraftanstrengungen über das normale Maß hinaus nötig, sagt Stein. »Und es wird nicht einfacher werden.« Die EU-Erweiterung um südosteuropäische Staaten etwa habe neue Probleme bei Prostitution und kriminellem Bettlerwesen hervorgebracht.

Dagegen sei es gelungen, dem Hütchenspiel nach 20 Jahren vollständig Herr zu werden. Eine 16-köpfige Bande sei nach langen verdeckten Ermittlungen im Herbst 2009 überführt worden, berichtet Seidel. Auch im Rotlichtmilieu sieht er deutliche Verbesserungen: Vor zehn Jahren seien 1000 illegale Frauen in den Bordells überführt und einige Häuser geschlossen worden. »Die Arbeitsbedingungen der Frauen haben sich wesentlich verbessert, es gibt viel weniger Illegale«. Und Rhein betont: »Die Verbesserung der Situation im Bahnhofsviertel ist eine Daueraufgabe.«

(Quelle: main-netz.de)

Sonderausstellung: Erzwungene Prostitution im KZ

August 24, 2010 on 8:32 am | In HUREN NEWS | Kommentare deaktiviert

Die Gedenkstätte Buchenwald zeigt ab Freitag eine Sonderausstellung zur Zwangsprostitution weiblicher KZ-Häftlinge.

Die Ausstellung trägt den Titel “Lagerbordelle. Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern”. Wie ein Sprecher der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora am Montag mitteilte, soll sowohl die Perspektive der betroffenen Frauen wie auch die Organisation und Funktion der Lagerbordelle aus Sicht der SS gezeigt werden. Dazu wurden über 150 Dokumente und Fotos zusammengetragen. Der Stiftung zufolge gab es seit 1942 in insgesamt zehn Konzentrationslagern Bordelle. Die von der SS sogenannten Sonderbauten seien ein “absurder Versuch gewesen, im Rahmen eines Prämiensystems die Arbeitsproduktivität der Häftlinge in der Rüstungsindustrie zu steigern”, sagte der Sprecher. 1943 habe die SS 16 weibliche Häftlinge zwischen 20 und 40 Jahren in den “Sonderbau” des KZ Buchenwald gebracht. Bis 1945 mussten mehr als 200 weibliche Häftlinge in den Lagerbordellen Zwangsarbeit leisten.

Bei der Sonderschau handelt es sich um eine Wanderausstellung der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück/Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten. “Lagerbordelle. Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern” ist bis Ende November zu sehen.

(Quelle: mdr.de)

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